Der gesetzliche Grenzwert in Deutschland entsprechend der 26. BImSchV stützt sich ausschließlich auf thermische Effekte, d.h. man geht davon aus, dass der einzige biologisch relevante Effekt hochfrequenter r elektromagnetischer Strahlung die Erwärmung des Körpergewebes ist. Der Grenzwert für die Leistungsflussdichte wird so festgelegt, dass die resultierende Erwärmung (mit einem hinreichenden Sicherheitsabstand) unter der medizinisch tolerierbaren Erwärmung bleibt. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es über die direkte Erwärmung hinausgehende Auswirkungen – sog. athermische Effekte – hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung gibt. Dies könnten z.B. direkte Auswirkungen der hochfrequenten elektrischen Felder auf Körperzellen sein. Hierauf basierend haben verschiedene Gremien Vorsorgeempfehlungen ausgesprochen, von denen einige in den beiden folgenden Tabellen aufgeführt sind.

Für die eingeklammerten Werte existiert keine Definition des Gesetzgebers und wurden daher von einem Sachverständigen ergänzt. 

Empfehlungen der Grenzwerte für die Leistungsflussdichte hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung in den verschiedenen Frequenzbereichen
  Leistungsflussdichte in mW/m2
bis 400 MHz 930 MHz 1820 MHz 1880 MHz 2110 MHz
UKW/TV GSM-900 GSM-1800 DECT UMTS
Gesetzlicher Grenzwert (26. BlmSchV) 2.000 4.650 9.100 9.400 10.000
Schweiz Anlagegrenzwert für Wohnbereiche 23,9 42,5 95,5 95,5 95,5
Salzburger Richtwert 1998 (Summe GSM außen) (1)* (1)* 1 1 1
Salzburger Richtwert 2002 (Summe GSM außen) (0,01)* (0,01)* 0,01 0,01 0,01
Salzburger Richtwert 2002 (Summe GSM innen) (0,001)* (0,001)* 0,001 0,001 0,001

Quelle: Umweltinstitut München

 

Aktuelle Grenzwerte- und Vorsorgewerte (Auswahl), Hochfrequenz (HF) Leistungsflussdichte 400 bis 2.000 MHz
  mW/m2 Bedingung
ICNIRP 1987-1998 Deutschland gesetzliche Grenzwert nach 26. BlmSchV 2000 bis 400 MHz
4.650 930 MHz (D-Netz)
9.000 1.800 MHz (E-Netz)
10.000 ab 2.000 MHz (UMTS, WLAN)
Italien 2001 1.000 allgemein
100 Aufenthalt über 4 Stunden
Italien(Regionen)  66 Lombardei
23,9 Lazio, Puglia, Veneto
0,66 Venedig
Schweiz 2000 Anlagengrenzwert für Wohnbereiche 42,4 900 MHz (D-Netz)
95,5 1.800 MHz (E-Netz)
Russland 1999 100  
China 1999 (Gesundheitsministerium) 100 Dauerbelastung
400 kurzfristig
China 1999 (Umweltministerium) 400  
Ecolog-Institut 2000 10  
SalzburgerRichtwert 1998 1 Summe GSM außen
SalzburgerRichtwert 2002 0,01 Summe GSM außen
0,001 Summe GSM innen
Standart der Baubiologie für gepulste Strahlung für Schlafbereiche (innen) > 0,1 extreme Anomalie
0,005 - 0,1 starke Anomalie
0,0001 - 0,005 schwache Anomalie
< 0,0001 keine Anomalie
Bonn 10/99 Resolution Bürgerform & EMF-Expertenrunde (u.a. Bundesverband gegen Elektosmog) 0,1 ungepulst, Wachbereich
0,001 ungepulst, Ruhe- und Schlaf
0,001 gepulst, Wachbereich
0,00001 gepulst, Ruhe- und Schlaf

Quelle: Umweltinstitut München

 

Die Schweiz und Italien zum Beispiel stützen sich bei der Festlegung ihrer Grenzwerte auf ähnliche Überlegungen wie kritische Wissenschaftler hierzu Lande. Auch vom MUNLV wird im Rahmen der Immissionsminimierung elektromagnetischer Strahlung der Vorsorgeaspekt diskutiert. So wurden bei der Bewertung der Ergebnisse umfangreicher Immissionsmessungen von Mobilfunk- Basisstationen der in der Schweiz gültige Anlagengrenzwert für Orte mit empfindlicher Nutzung als Bewertungsgröße herangezogen. Die Schweizer Werte liegen bei einem Hundertstel der Grenzwerte in Deutschland. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz setzt sich für Vorsorgemaßnahmen ein und empfiehlt „...unnötige Expositionen müssen vermieden und unvermeidbare Expositionen müssen so weit wie möglich minimiert werden...“.

Gerne wollen wir Ihnen auch einen Bericht von der ARTAC (deutsche Übersetzung von www.buergerwelle-schweiz.com) empfehlen, der in einer Zusammenarbeit von Professoren aus Deutschland, Schweden und Frankreich in Anlehung zum Hippokratischen Eid, dass bei einer zunehmenden Anzahl von Patienten eine Intoleranz gegenüber EMF festgestellt werden muss. Dieser Bericht enthält auch eine Warnung an die EU-Regierungen, dass sie das Auslösen von verschiedene Krankheiten wie Krebs nicht bei EMF ausschließen können.

* Dieser Wert wurde 1998 von der Landessanitätsdirektion Salzburg empfohlen und mit dem dort seinerzeit tätigen Netzbetreiber abgestimmt. Da hierbei gezeigt wurde, dass ein funktionierendes Mobilfunknetz bei Einhaltung dieses Vorsorgewertes von 1 mW/m² aufgebaut werden kann, wird der Wert in diesem Gutachten zur Beurteilung mit herangezogen.